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Diskussionsbeiträge als Video in Kürze auf diesem Blog
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Das Andere Davos 2011 «Für eine andere Welt. Für ein anderes Gesellschaftssystem »
Bezugsrahmen der Podiumsbeiträge ist der folgende Kontext
Das internationale kapitalistische System steckt in einer Krise, in einer zerstörerischen Umwälzung der Ökosysteme, während sich Kriege in vielfältigen Formen entwickeln. Sparprogramme greifen soziale und demokratische Rechte der Lohnabhängigen, der Auszubildenden und der Menschen im Ruhestand an.
Die aktuellen Erfahrungen von – wenn auch nur begrenztem – Widerstand machen deutlich, wie dringlich der internationale Austausch ist, um Dimensionen einer Gegenoffensive zu entwi- ckeln und / oder zu ergänzen.Eine kollektive Gegenoffensive muss die tiefgreifenden Veränderungen berücksichtigen, die in vielen Ländern stattgefunden haben: – Veränderungen der Arbeiterklassen (Rückgang der «grossen Arbeiterbastionen» in vielen Ländern des Zentrums, während sie anderswo bestehen blieben und in China, Indien oder Indonesien gigantische Konzentrationen proletarischer Massen entstanden sind ; Prekariat und Auslagerungen ; Positi- on der Migrant_innen in den Produktionsprozessen im weiteren Sinne des Begriffs ; Position von Frauen in der Produktion und in den « Dienstleistungen » ; steigende transnationale Vergesell- schaftung der Arbeit; zunehmende Vermassung der Bildung der Jugend und gleichzeitige Prekarisierung der materiellen Lebensbedingungen eines grossen Teils der jungen Menschen usw.) ; – Veränderungen der sogenannten Arbeiterbewegung aus dem 19. und 20. Jahrhundert ; – Veränderungen der « politischen » und « ideologischen » Bezugshorizonte, die in diesem « kurzen Jahrhundert » entstanden sind.
Vor diesem Hintergrund der Krise und Offensive des Kapitals, während sich die Fundamente eines tatsächlich globalisierten Produktionssystems der Kapitalverwertung verschieben, festigt sich die – langsame und schwierige – Entstehung von Elementen von Verteidigungs- und Kampfinstrumenten der « assoziierten Arbeiterinnen und Arbeiter», der kollektiven Organisation von Lohnabhängigen und Jugendlichen. Heute ist es entscheidend, den internationalen Austausch von Erfahrungen und möglichen gemeinsamen Aktionen zu verstärken. Gegen die Europäische Union (EU) der Herrschenden, welche Budgetkürzungen und Bankenrettungen ins Zentrum ihrer Politik stellt, wird es immer dringender, die Grundzüge eines anderen – demokratischen und sozialistischen – Europas zu zeichnen. Genauso wird in Lateinamerika eine kontinentale Veränderung « an der Wurzel » des Systems zum Gegenstand der Diskussionen und des Zusammenkommens verschiedener sozialer Bewegungen.Die Lohnabhängigen können ihre Macht zum Ausdruck bringen, wie es Frankreich soeben gezeigt hat. Aber sie stossen auch auf viele Hindernisse, wie in Griechenland, im spanischen Staat, in Irland, Grossbritannien… und in Frankreich.
Die Angriffe auf den Soziallohn erfordern einen Widerstand, der die Neubildung einer sozialen Front verschiedener Fraktionen der Lohnabhängigen bedingt. Diese Front muss sowohl die in Ausbildung stehenden Lohnabhängigen (Teile der Jugend, Lehrlinge und Studierende) als auch die am meisten prekarisierten Sektoren (Migrant_innen, ausgelagerte Beschäftigte) und die Angestellten des öffentlichen Sektors (die immer mehr von Privatisierung und Verlust des Beamtenstatus bedroht sind) sowie die Privatwirtschaft einbeziehen.
Ein Kampf um demokratische und sozia- le Rechte wirft sofort die Frage nach der Verteilung des Reichtums auf. Es ist nicht möglich, gegen befristete Anstellungsver- träge zu kämpfen, ohne die Lohnfrage zu thematisieren, und damit auch die soziale Sicherung, die Sozialversicherungen und die Verteilung des produzierten Reichtums. Jeder Widerstand, der ein gewisses Ausmass erreicht, stösst unmittelbar auf das Problem der Reichtumsverteilung und wirft in der Perspektive die Frage nach dem « strategischen » Privateigentum auf, und damit nach Formen tatsächlicher Vergesellschaftung des Eigentums.
Heute muss die Überwindung der bestehenden « Gewerkschaftsbewegung » ins Zentrum der internationalen Reflexion gestellt werden mit dem Ziel, die Entwicklung einer Bewegung der assoziierten Ar- beiterinnen und Arbeiter voranzutreiben, in ihrer internationalistischer Dimension. In verschiedenen Ländern wie China, Russland, Ägypten… und auch Venezuela stellen sich spezifische Fragen zur Entstehung einer unabhängigen Gewerkschaftsbewegung, oder zum Übergang dazu.